Ein-Haus-Genossenschaften

Die Ein-Haus-Genossenschaft als alternative Wohnform im Bülowviertel

genossenschaft_Graphik: selbstnutzer kompetenzzentrum für wohneigentum gmbh, Carina Görbig

Die zahlreichen leeren Häuser und die großen Wohnungen im Bülowviertel bieten Raum zur Verwirklichung alternativer Wohn- und Lebensformen. Insbesondere die zusammenhängenden Bestände unsanierter Gebäude im Bereich der mittleren Bülowstraße eignen sich besonders für ein Themenquartier „Haus-Gemeinschaften“.
Selbstnutzer und andere Wohngruppen, die ein Haus gemeinschaftlich bewohnen und bewirtschaften wollen, können sich so ein ganzes Altbauquartier erobern und individuell gestalten. Durch das Entstehen neuer, unmittelbarer Nachbarschaften wird ein frisches Bewusstsein geschaffen, für das gemeinsame Wohnumfeld Verantwortung zu übernehmen. Das soziale und kulturelle Zusammenleben wird dabei wird dabei zu neuem Leben erweckt.

Die Idee dahinter:
Für Vermieter ist eine Sanierung nur lukrativ, wenn sie eine entsprechende Miete erhalten. Diese wäre zu hoch für ein Klientel, das bestenfalls 3 € Kaltmiete pro m² zahlen kann.

Für junge Leute mit geringem Eigenkapital und ohne festes Einkommen und damit ohne Aussicht auf einen Bankkredit, aber mit viel Freizeit und Tatendrang eröffnet sich dagegen die Möglichkeit, in diese dem Verfall preisgegebenen Bestandsbauten einzuziehen und diese mit viel Eigenleistung in einen nutzbaren Zustand zu bringen, unter der Voraussetzung, dass ihnen das Haus auch selbst gehört. Für diese Gruppen ist das städtisch initiierte, erfolgreich angewandte Modell selbstnutzer.de - die gezielte Zusammenführung und Bildung von WEG (Wohnungseigentümergemeinschaft) - kaum nutzbar, da dieses auf der Grundlage des privaten Eigentums an einer vollsanierten Wohnung beruht (WEG-Modell) und mit der Realisierung von durchschnittlichen Standards (und den damit einhergehenden höheren Kosten) nur geringe zukünftige Risiken aufweist.

Dagegen sind Zusammenschlüsse von Personen ohne ausreichende Kapitalbasis beim Erwerb und der Sanierung von Wohngebäuden unüberschaubaren Risiken ausgesetzt, wenn sie dies in der Rechtsform einer GbR oder eines e.V. angehen (gegenseitige Vollhaftung, da bei Ausfall eines Mitgliedes die anderen einzeln dafür haften).

Um den Aspekt der Risikominimierung auch bei Projekten von Geringverdienern mit hoher Eigenleistung verwirklichen zu können, wird das Modell des genossenschaftlichen Wohneigentums vorgeschlagen, bei dem durch eine zweijährige Pflichtprüfung durch einen Prüfungsverband eine laufende kaufmännische Überwachung besteht und bei dem die Haftung des Einzelnen auf seinen Genossenschaftsanteil beschränkt ist.

Eine notwendige Grundlage dieses Modells sind günstige Einstandspreise für die Substanz bzw. die Bereitschaft der Eigentümer zu unkonventionellen Finanzierungsmodellen für den Kaufpreis, wie dies bereits für bestimmte Objekte im Bülowviertel ausgehandelt wurde.

Das Selbstnutzer-Programm der Stadt Leipzig sucht hier nun gezielt Interessierte und potentielle Genossen und bietet Beratungsleistungen an.

Interesse?

Infoveranstaltungen jeden Dienstag, 19:00 Uhr im Quartiersladen Bülowviertel oder unter:

www.gemeinsam-individuell.de 
Tel.: 0341 2254 09 46

 

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